tura-banner

Vielseitig und erfolgreich

(1954 - 1979)

von Heribert Theissen

Man hatte an der Flora einen neuen Sportplatz bekommen, der zunächst als Rasenplatz, später aber dann als Aschenplatz angelegt wurde. Der Westdeutsche Fußballverband hatte das neue Jugendheim gebaut und dem Verein in einer kleinen Feierstunde zur Nutzung übergeben. Alles aber, was bisher dagewesen war, wurde übertroffen bei dem großartigen Fest aus Anlaß der Kreismeisterschaft 1956. Der Saal des Restaurants „Flora“ war zu klein, um allen Gästen Platz zu bieten. Bürgermeister Scheibler überbrachte mit herzlichen Worten die Glückwünsche der Vertreter und Verwaltung der Stadt Monschau und schenkte dem Verein für seine erfolgreiche erste Fußballmannschaft einen Satz Stutzen. Oberkreisdirektor Stieler gratulierte im Namen des Kreises.

Die letzten Jahre

Nach dem großartigen Höhepunkt der Monschauer Fußballspieler im Jahre 1956 blieb lange Zeit ein ähnlicher Erfolg aus. Man spielte oft ganz oben in der Tabelle mit, aber der große Sieg wiederholte sich nicht. 

Im Jahre 1974 übernahm Engelbert Donnay das Training der I. und II. Mannschaft. Er gewann sofort das Vertrauen des Vorstandes und der Spieler und führte beide Mannschaften von Erfolg zu Erfolg. 

Niederlagen an der Flora wurden selten und mit den Erfolgen stieg auch das Interesse der Zuschauer am Fußball des TuRa. Der Gewinn des Kreispokals gegen die Bezirksligamannschaft aus Rohren war der Grundstein für die schönsten Fußballspiele, die man je an der Flora gesehen hatte. 

Die von Trainer Donnay großartig vorbereitete und eingestellte Mannschaft gewann im zweiten Verlauf der Pokalspiele gegen Zülpich, die 1. Amateurmannschaft des 1. FC Köln und gab sich erst gegen den ehemaligen Amateurmeister „Jülich 10“ nach einem mitreißenden Spiel mit 2:0 geschlagen. Mehr als 500 Zuschauer bildeten die Kulisse dieses herrlichen Fußballtages an der Flora. 

So war es dann auch kein Wunder, dass diese tolle Mannschaft zur Krönung dieses 75jährigen Jubiläums die Kreismeisterschaft zur Flora holte und jetzt den TuRa in der Bezirksliga vertrat. 

Hintere Reihe: E. Donnay (Trainer), D. Kunick, Fr. Scheen, P. Rüdiger, W. Bergs, E. Schmitz, Kl. Förster, E. Scheffen, H.Theissen (Vors.), Fr. Schroeder (Gesch. Führer)
Vordere Reihe: Kl. Kunick, Kl. Mathar, M. Mathar, A. V.d.Boom W. Roscheda, R. Garzen
Auf dem Foto fehlen: W. Bauch und H.J. Miessen

Nicht nur der Fußball trieb Blüten. Auch die anderen Abteilungen wurden größer, das Training wurde intensiver und die guten Leistungen ließen nicht lange auf sich warten. 

Seit vielen Jahren hat der TuRa eine Tanz und Gymnastikgruppe, die sich nach vielen Auftritten bis über die Grenzen des Monschauer Landes einen Namen gemacht hat, weil sie so manches Fest mit ihren gekonnten Darbietungen bereicherte. Sowohl diese Tanz- und Gymnastikgruppe als auch das Frauenturnen wird geleitet von Frau Irmtrud Zivkovic als Übungs- und Abteilungsleiterin. 


Vor einigen Jahren stellte Frau Marlene Otten ihr Amt als Leiterin der Kinderturnabteilung, das sie viele Jahre ausgeübt hatte, zur Verfügung. Nachfolgerin wurde Frau Helga Beinhauer. 

Sie ist selbst noch aktives Mitglied der Tanz und Gymnastikgruppe und gründete vor einigen Jahren eine Nachwuchstanzgruppe, aus der inzwischen schon junge Mädchen für die „Großen“ hervorgegangen sind.

Dem TuRa gelang es, als die Kinderturnabteilung auf über 100 Kinder im Alter zwischen 4 und 14 Jahren angewachsen war, Frau Ulrike Brandenburg aus Kalterherberg als Übungsleiterin für die beiden Trainingstage in der Woche zu gewinnen. Jedes Jahr fahren über 50 Kinder in ihren einheitlichen roten Turnanzügen mit kurzen weißen Röckchen zum Gaukinderturn- und Spielfest. Unter mehr als 2000 Kindern des gesamten Aachener Raumes bewiesen sie schon oft ihr Können und brachten schon manchen schönen Erfolg für sich und ihren Verein nach Monschau. 

Trotz vieler Versuche, das Männerturnen wieder zu beleben, blieb dem TuRa in diesem Bereich jeder Erfolg untersagt. Das Interesse an diesem schönen Sport, dem der Verein seine Gründung nach der Jahrhundertwende verdankt, konnte in den letzten zwei Jahrzehnten nicht mehr geweckt werden. Schade für diese schöne Sportart. 

Im Frühjahr des Jahres 1974 veranstaltete die Leichtathletikabteilung den 1. internationales Volkslauf, der in diesem Jubiläumsjahr zum 6. Mal durchgeführt werden konnte. Durchschnittlich 500 Trimmsportler aus Deutschland, Belgien, Niederlande, England und Frankreich kommen alljährlich zu dieser großen Sportveranstaltung im Rosenthal. Über 40 Helfer des TuRa, dazu die Freiwillige Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz, bemühten sich um die Organisation und Durchführung der Großsportveranstaltung. Die Tischtennisabteilung, geleitet von Rolf Fast und trainiert von Heinz-Kurt Vollbach, ist neben der Fußball- und der Kinderturnabteilung eine weitere große Aktivgruppe des Vereins. 

Handball, Volleyball und Schwimmen ergänzen das Sportangebot und machen den TuRa zu einem modernen und attraktiven Sportverein, der zu Monschau gehört, wie das „Rote Haus“ im Herzen der Stadt.

75 Jahre seit der Gründung des Sportvereins sind vergangen und wir haben festgestellt, dass dem Verein und den Menschen, die ihn getragen haben, schwere Zeiten nicht erspart blieben. Gerade deshalb kann der TuRa mit Stolz auf die Vergangenheit zurückblicken. Allen dem Verein sich entgegenstellenden Hindernissen, Kriegsfolgen und wirtschaftlichen Notlagen hat er stets zu trotzen gewusst. Eine ganze Reihe Mitglieder können auf eine mehr als 50 jährige Mitgliedschaft zurückschauen. Möge die Treue dieser verdienten Mitglieder dem Verein gegenüber allen Sportfreunden, ganz besonders aber der jüngeren Generation, Ansporn sein, sich ebenso freudig der Sache des Sports anzunehmen, damit uns das Erbe unserer Vorgänger erhalten bleibt. So meine ich, wollen wir in echter, treuer Sportkameradschaft unser Vereinsjubiläum mit der gesamten Bevölkerung unserer Stadt feiern, um dann mit neuer Kraft an die uns gestellten Aufgaben heranzugehen zum Wohle unseres Sportvereins und nicht zuletzt zum Wohle der Jugend unserer Stadt Monschau.

Heribert Theissen