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Als Monschau den Sport entdeckte

(1904 - 1954)

von Pejo Weiß

„König Fußball“ beherrscht das Land, das „runde Leder“ zieht Sonntag für Sonntag vor allem in Europa zehntausende aktive Spieler und Millionen Zuschauer in seinen Bann, Fußballartisten werden gefeiert (und bezahlt) wie Filmschauspieler, und über die Zulassung einer Mannschaft zur Bundesliga kommt es fast zu Revolutionen und Volkserhebungen. Weltmeisterschaftsspiele führen zu einer Unterbrechung der Arbeit, Sonderzüge fahren zu Spitzenspielen, der „Theodor im Fußballtor“ wird zum Schlager. Das runde Leder ist ein König, der das Land beherrscht - nicht erst seit gestern, aber auch nicht seit Generationen. Genau genommen erst seit etwa 30 Jahren. 

Natürlich begann es früher, aber da waren die Fußballer so etwas wie die schwarzen Schafe der Turnvereine, und das Fußballspiel war durchaus keine so „standesgemäße“ Sportart wie vielleicht Handball. 

Wenn es trotzdem gerade 1913 zur Gründung zahlreicher Fußballvereine kam - nicht zuletzt in Monschau und Roetgen -, so lag das in erster Linie erstaunlicherweise an einer preußischen Verordnung zur Förderung der Jugendpflege, die am 18. Januar 1913 erlassen wurde. Dadurch wurde für alle preußischen Kreise ein „Kreisausschuss für Jugendpflege“ vorgeschrieben, den im damaligen rheinpreußischen Kreis Montjoie der königliche Landrat von Kesseler leitete, der zum Jugendpfleger den Pfarrer von Rohren, Lennartz, ernannte. Dieser nahm im ersten Halbjahr an einem mehrwöchigen Kursus in Berlin-Spandau teil und hatte anschließend Gelegenheit, seine Erfahrungen mit den Amtsbrüdern auszutauschen.

Turnverein 1904

Der Turnverein im Jahre 1904

Es gab damals schon Turnvereine: der 1904 gegründete TV Montjoie , der noch ältere in Kaltherherberg. Aber dort turnte man im Geiste Turnvater Jahns vor allem Gymnastik, Boden- und Geräte-Turnen. Die Leichtathletik lag brach - sehr zum Leidwesen wohl auch der Militärs. Es mag sein, dass dies mit ein Grund war für jenen preußischen Erlass, der, wie wir sehen, seine Auswirkungen im ganzen Kreise Montjoie zeigte, nicht nur in der Kreisstadt. Schon im Juni kündigt die Zeitung für den Herbst 1913 einen Kreisjugendtag mit Einzel-, Staffel- und Mannschaftswettbewerben an, der, wie die Siegerliste zeigt, von vielen Orten des Kreises beschickt wurde. Die Ausschreibung sah auch ein Fußballspiel vor.


Die Fußballregeln

Wie unbekannt diese Sportart war - besser: die Feinheiten, auch Regeln genannt -, zeigte die erwähnte Zeitungsankündigung. Sie enthielt nämlich die Fußballregeln und empfahl sie allen Fußballern zur Beachtung. „Besondere Regeln für Fußball: 
a) Jeder Spieler muß seine Stellung im Verhältnis zu den anderen Spielern innehalten. Wer rechts spielt, bleibt rechts und umgekehrt. 
b) Bei Einwurf des Balles von der Längsseite aus muß der Ball mit beiden Händen aus der Haltung über den Kopf geworfen werden. 
c) Es ist verboten: den Ball mit der Hand oder nicht-anliegendem Arm zu berühren (gestattet nur dem Torwart, aber auch ihm nur innerhalb seines Strafraumes), ferner ist Beinstellen verboten. 
d) Geschehen Übertretungen der Regeln b) und c) im Strafraum, so hat die Gegenpartei einen Strafstoß, wobei alle Spieler außer dem Tretenden und dem Torwart außerhalb des Strafraumes stehen müssen. Im anderen Falle hat von der Stelle aus, wo die Übertretung geschah, die Gegenpartei einen Freistoß.“ (Montjoie'r Volksblatt, 28.6. 1913). Es sei ergänzt durch einen Aktiven von 1913: „Drei Eckbälle ergaben einen Elfmeter.“

Die Veröffentlichung der so auf den Nenner gebrachten Regeln und der Hinweis auf das Sportfest führten in Monschau zur Bildung einer fußballspielenden Gruppe junger Leute - von einem Verein konnte keine Rede sein. Das waren (*=1914/18 gefallen) unter anderem Ernst Roscheda*, Aute Scheffer, Heinrich Roscheda*, Bernhard Hüpchen, Robert Krings, Hermann Koll, Jakob Salzburg*, Bernhard Lauscher, Karl Küpper*, Hermann Roscheda* und Karl Krebs*. Einige von ihnen waren bei jenem ersten Kreissportfest , so würden wir es heute nennen, in den Einzelmeisterschaften erfolgreich, so vor allem Allround-Sportler Bernhard Lauscher. Außerdem gewannen die turnerisch ausgebildeten Monschauer das Tauziehen sowohl der Altersklassen 2 wie 3. Zu jenen „Spielern der ersten Stunde“ gehörten außer den vorhin genannten noch Willi und Albert Strack, Karl Hepp, Leo Leuther, Felix Maaßen, Willi Grefen, Paul Hilger, Erich Krätz, Josef Klein, Josef Bergs, Ernst Bergs , Baldo Breuer und Hermann Krebs. Sie waren vor allem als „Kriegsmannschaft“ im Dienst. Und schließlich, was für uns jetzt wichtiger ist: Sie spielten beim Kreisjugendfest 1913 gegen Kaltherherberg Fußball. Preis: ein Fußball. Schiedsrichter: der Kaltherherberger Lehrer Beitz. Als das Spiel unentschieden zu enden drohte, verhängte der Schiedsrichter einen Drei-Ecken-Elfmeter, der nach Monschauer Ansicht noch nicht fällig war, worauf der Monschauer Torwart den Kasten verließ ... . Wen wundert es da, wenn von diesem Spiel in der Zeitung nichts zu lesen war?


Beste Presseverbindung

Das ist wirklich nicht erstaunlich, denn der Fußballfachmann als Verbinder zur Presse war der Monschauer Stammspieler „Bumms“ Jakob Salzurg, dessen Vater das Montjoie'r Volksblatt herausgab. Diese Zeitung brachte in der Folge geradezu eine Chronik des Fußballsports in Monschau. Nun, die Monschauer hatten bei jenem Kreissportfest auf der Wiese am Menzerather Weiher verloren, aber sie brannten auf Revanche. Schon am darauffolgenden Sonntag waren die Kaltherherberger wieder in Monschau. Bei „guter Witterung“ wollte der „hiesige Fußballklub (!) auf der Wiese am Bahnhof“ gegen die Nachbarn spielen. Ob es am Wetter oder am Spielausgang lag -eine weitere Mitteilung über das Spiel bringt die Zeitung nicht. Aber 14 Tage später wird angekündigt: „Dem Vernehmen nach beabsichtigt man hierselbst eine Jugendvereinigung unter dem Namen „Verein zur Förderung der Jugendspiele“ zu gründen, die den Zweck hat, besonders den Jugendsport zu pflegen.“ (Montjoie'r Volksblatt, 4.10.1913). Acht Tage später hatte der neue Verein schon sein erstes Spiel ausgetragen! Als Gründungsdatum ist wohl Sonntag, 5. Oktober 1913, anzusehen. 

Auf der Wiese am Menzerather Weiher spielte man mit dem nächsterreichbaren Gegner, mit dem FC Roetgen. „Auf beiden Seiten wurde eifrig gespielt und es entspann sich manch harter Kampf um die Tore. Um so höher ist es anzuschlagen, dass der junge Montjoie'r Verein mit 2:0 einen glatten Sieg davontrug.“ (M.V., 11.10.1913).- Am Sonntag darauf schlug die 1. Mannschaft des Vereins die Fußballmannschaft des Alumnates mit 8:1 Toren. Und für den Sonntag darauf wurde ein Übungsspiel zwischen 1. und 2. Mannschaft des Vereins zur Förderung der Jugendspiele angesetzt. 

Aber es kam anders - besser. An jenem 19. Oktober 1913 wurde der Grundstein zu einer herzlichen Freundschaft gelegt, die auch später anhielt, als Grenzen zwischen den beiden Nachbarn aufgerichtet wurden: an jenem Sonntag kam der Sportverein Malmedy nach Monschau auf den Spielplatz am Menzerather Weiher und es entwickelte sich alsbald ein munterer Kampf. Auf beiden Seiten war ein angestrengstes Ringen während des ganzen Spieles zu beobachten, aus welchem die Malmedyer am Schlusse mit 7:0 als Sieger hervorgingen. In Anbetracht der langjährigen Übung der Malmedyer war ein anderes Resultat kaum zu erwarten, doch machten die hiesigen Fußballspieler, die bekanntlich erst einige Wochen zusammen übten, den Gegnern den Sieg durchaus nicht leicht und es bedurfte der größten Anstrengung der Malmedyer, wie diese selbst anerkannten, um siegreich aus dem Kampfe hervorzugehen“. (M.V., 25.10.1913) 

An diesem Abend fand die erste Generalversammlung des jungen Vereins statt, bei der den Malmedyern ewige Freundschaft geschworen wurde. Und die Jungen haben sie gehalten, die treue Kameradschaft, trotz zweier Weltkriege, die dazwischen liegen, trotz der Grenzen, trotz des Wegfalls der sonntäglichen Bahnverbindung zur Malmundaria.


Wer war der Verein?

Dass der Fußballsport im Kreise Monschau nicht zuletzt auf die Bemühungen des geistlichen Kreisjugendpflegers zurückzuführen führen ist, lässt sich an den alten Zeitungen beweisen. Auch für Monschau traf das zu. Wie die Überlebenden jener ersten Fußballtage erzählen und die Zeitung bestätigt, ging der Verein zur Beförderung der Jugendspiele aus der katholischen Jünglingskongregation hervor. 

Die erste Generalversammlung fand im Gesellenhaus statt. Ehrenvorsitzender war Oberpfarrer Gilles, Vorsitzender Johann Stollenwerk, ein Jünger der schwarzen Kunst. Er war es, der in dieser ersten Generalversammlung dem Ehrenvorsitzenden dankte, „der keine Mühe gescheut hatte, das Zustandekommen des Vereins nach besten Kräften zu fördern.“ 

Und der Vorsitzende des Malmedyer Sportvereins „sprach die Hoffnung aus, dass die nun angebahnten freundnachbarlichen Beziehungen der beiden Vereine recht lange und für immer Bestehen bleiben mögen“. (M.V., 25.10.1913). 

Schon am 9. November waren die Malmedyer wieder in Monschau aber „statt der angemeldeten 3. Mannschaft mit der durch vier Spieler der 1. verstärkten 2. Mannschaft.“ Und die Monschauer hatten aussprachegemäß eine Schülermannschaft aufgestellt. Elfmal griff der einheimische Torwart hinter sich.

Abends war wieder eine Versammlung, in der noch ein Präfekt zu wählen war. Diese ehrenvolle Aufgabe übernahm Felix Hermanns. (M.V., 15.11. 1913) 

Das Interesse war - wen wundert das bei dem damals so starken Drang nach Weiterbildung - weit vielfältiger , als man es bei einem Fußballverein vermuten könnte. Einmal hielt, wie dem Volksblatt zu entnehmen ist, der Vorsitzende einen Vortrag über „Welche Punkte sind zu beachten, um einen in jeder Beziehung tadellosen, stilgerechten Brief zu schreiben.“ 

Im Kaiser-Geburtstags-Monat Januar 1914 wurde natürlich auch eine Kaisergeburtstagsfeier durchgeführt, die „mit einem brausenden Hoch auf Se. Majestät“ begann. „Während des darauffolgenden Gesanges der Kaiserhymne hatten die Spieler in ihrer bunten Tracht sich auf der Bühne um die Kaiserbüste gruppiert und boten so ein prächtiges Bild“, schreibt der Lokalreporter, und einer der Teilnehmer erinnert sich an die „bunte Tracht“, von deren Sporthosen man nicht gewusst habe, ob es kurze lange Hosen gewesen seien oder nur zu lange kurze Hosen . . . 

Man unternahm Pfingsten 1914 eine größere Wanderung: Lammersdorf, Kalltal, Nideggen, Heimbach. Nach der Übernachtung anderen Tags durch das Rurtal nach Monschau zurück. Wenig später hörte man eine Vortrag über den gesundheitlichen Wert des Wanderns mit praktischen Anweisungen. Man spielte Theater. Man gründete sogar eine Gesanggruppe.


Bis der große Krieg kam

Und Fußball wurde gespielt! Die Gegner waren vor allem die Malmedyer, gegen die man am Himmelfahrtstag sogar unentschieden spielte, aber auch die Roetgener, deren erste Mannschaft am gleichen Tag von Monschaus zweiter Mannschaft 3 : 0 besiegt wurde. Einmal war Preußen Raeren zu Gast und gewann mit 3:1. Der Kommentar im Volksblättchen: 

„Womit unser junger Verein, der allerdings keine fremden Kräfte zur Unterstützung hinzugezogen hatte, zufrieden sein kann.“ 

Übrigens wurde nicht nur Fußball gespielt, es gab auch noch andere Mannschaftsspiele, vor allem, als sich Lehrer Hauseux um die Jugend kümmerte, der inzwischen selbst einen Lehrgang gemacht hatte und nun eine Art Sportlehrer war. 

Auf dem Hargard hatte man „eine schöne große Wiese des Herrn Völl gemietet, die es ermöglicht, zu gleicher Zeit mehrere Spiele abzuhalten“ was nicht ausschloß, dass man Spiele absagte, als man in Monschau Professor Vogt, den damaligen Aachener Bischof, über Monschaus historische Vergangenheit hören konnte. Der Imgenbroicher Sportplatz Hargard hat also im nächsten Jahre Jubiläum und die Gastwirtschaft Schmitz auch, denn der damalige Besitzer stellte sein Haus als Umkleidegelegenheit zur Verfügung und erhielt daher die Konzession zur Verabreichung alkoholfreier Getränke. 

Dann kam der große Krieg. Statt Fußballspiele gab es Turnabende, „die für den Kriegsdienst vorbereiten sollen... denn für das Vaterland ist es, wenn wir auch zu spielen scheinen.”(M.V.,10.11.1914). Die Fußballer traten auf dem Hargard zu einem Wohltätigkeitsspiel gegen Concordia Aachen an. Die Aachener gewannen - aber die größeren Gewinner waren „die in Not geratenen Elsässer“, denen man eine stattliche Spende überreichen konnte. Übrigens brauchten die von Aachen kommenden Spieler etwa vier Stunden, um mit dem Zug Monschau zu erreichen: so schlechte Kohle blieb der Heimat. 

Am Abend dieses Tages fand die letzte Generalversammlung statt, auf Jahre hinaus. Die sportliche Ausbeute des Jahres: „Acht Wettspiele mit auswärtigen Spielvereinen mit dem Ergebnis von 28 : 21“. Der Vorstand blieb, aber auch der Krieg. Mit einer Verlegenheitsmannschaft kämpfte man hin und wieder in Freundschaft bis 1916 oder 1917.


Dann kam die lange Pause.

Keine Zirkus Attraktion. Wie die jungen Leute damals zum Sport geführt wurden, geht aus einer Rede von Rollesbroichs Rektor Schäfer hervor, die er auf dem Bezirkstag der katholischen Jugendvereine Ende Juni 1914 hielt, wobei er die Sportler besonders ansprach. Das nachstehende Zitat fand sich in dem Montjoi'r Volksblatt vom 4.7.1914: 

„Wer darum immer an der wahren Kräftigung und Gesundung der Jugend arbeiten will, der möge sein Ziel nicht durch rein äußerliche Leibesübungen zu erreichen suchen. Die Welt ist kein Zirkus, in dem die Jugend als Gladiator oder Akrobat aufzutreten hat! Die schwersten und entscheidensten Kämpfe, namentlich zwischen Schule und Kaserne, werden auf sittlich seelichem Gebiet ausgetragen, denn in keinem Lebensjahr beeinflussen sich körperliche Entwicklung und inneres Seelenleben so stark als gerade in diesem. Daher die großen Schwankungen zwischen kindischem Wesen und Großmannssucht, zwischen scheinbarer Selbstständigkeit und innerer Unsicherheit, zwischen ungezügeltem Freiheitsdrang und Autoritätsbedürfnis.- Übet fleißig und spielet eifrig, aber schaut und zielt nicht bloß nach dem vergänglichen Eichenkranz, den immer nur wenige erringen können: zielt viel höher. Zielt ab auf die Kräftigung eurer Gesundheit, legt Wert auf eine schöne Freundschaft und Kameradschaft, und denkt bei eurem Spielen an unser Vaterland, eure schöne Heimat, aber vergesst auch den nicht, der der Älteste ist im Vaterlande, und das ist Gott.“


Zwischen den beiden Weltkriegen

Als der große Krieg zu Ende war, in den die Jugend so siegesgewiß Jahre vorher zog, dauerte es naturgemäß einige Zeit, ehe man sich soweit eingelebt hatte, dass man wieder einem Verein aktiv angehörte, zumal viele gefallen waren. Obgleich die Besatzungssoldaten aus Europas Fußballnation kamen, aus England nämlich, kam es zu keinem Spielbetrieb mit ihnen. Dort war es das Fraternisierungsverbot, hier der nationale Stolz, die eine solche Begegnung nicht zustande kommen ließ. 

Der Turnverein wurde allerdings bald wieder aktiv - jedenfalls viel schneller als nach dem zweiten Weltkrieg, als die Besatzungsmächte das Turnen erst fünf Jahre nach der Waffenruhe wieder erlaubten. Die Engländer standen den Turnern positiv gegenüber, so dass die Monschauer den Mut hatten, ein Turnfest zu beantragen. Sei es, dass der schottische Offizier in seinem Kilt, dem Schottenröckchen, ein besonders sportfreudiger Mensch war, sei es, dass er es als Völkerverständigung ansah: Er genehmigte das Turnfest mit anschließendem Ball in der Turnhalle. Mehr noch: seinem Adjudanten gelang es, ihn auch noch zu einer Verlängerung der Genehmigung auf zwei Tage zu bewegen. 
Das war ein Fest! 

Ab 1920 wurden dann auch die Fußballer wieder aktiv. Eher war es auch kaum möglich, war doch weit über die Hälfte der Aktiven, wenn nicht zu alt, dann doch im Krieg gelieben. So war denn auch die erste Mannschaft recht zusammengewürfelt. Im Tor hatte man den guten Malmedyer Freund Melchior, und neben den Monschauer Stammspielern wie Josef Klein (Sattler), Hermann Krebs, Aute Scheffer, Hermann Koll, Paul Rader und Bernhard Hüpchen spielte auch der Imgenbroicher Andreas Ruf in Monschau mit, auch Lehrer Beitz aus Kalterherberg und der evangeliche Lehrer Müllinghausen. Es kamen als jugendliche Spieler einige hinzu, die später die Farben des „Vereins zur Förderung der Jugendspiele“ unter anderer Firmierung weitertrugen, etwa Karl Gillessen und Hans Schrepfer.

 

TuRa Fußballabteilung

Denn der von Johann Stollenwerk wieder aufgebaute Verein schloß sich auf Bitten und Empfehlung dem von Dr. Davids, dem tatkräftigen, leutseligen und allgemein geachteten wie beliebten Bürgermeister, aus den Beständen von Turnverein und Verein zur Förderung der Jugendspiele gegründeten Turn- und Rasensportverein an, der als Gründungsjahr das des Turnvereins übernahm, dessen legale Fortsetzung er war: 1904. Der Aufruf des Bürgermeisters, in diesen Zeiten der Not in allen Dingen eine geschlossene Front zu zeigen, fruchtete. 

Seit diesem Zeitpunkt spielen die Monschauer im Westdeutschen Fußballverband, und zwar in der C Klasse. Es war die Zeit, wo sich auch an anderen Orten Fußballer sammelten und eigene Fußballvereine gründeten oder im Rahmen bestehender Sportvereine das Fußballspielen einführten. Diese zwanziger Jahre waren für den Fußballsport im Kreise Monschau die Grundlage für einen eigenen Kreisfußballverband, obschon davon 1921/22 noch keine Rede sein konnte. 

Ein Teil der Monschauer Spieler war schon recht alt, und eines Tages konnte die Jugendmannschaft in das Seniorenlager übertreten und die Tradition fortsetzen. Etwa ab 1922 traten neben die altbewährten Fußballer neue Gesichter: Helmut Muschol, Heinrich (und natürlich weiterhin Paul) Rader, Heini Gröner, Jakob und Heinrich Flosdorff, Franz Völl, Johann Hirth, Engelbert Donnay, Josef Carl, Bernhard Scheffer, Josef Lennartz, Alfons Carl machte weiter mit und Josef Klein, Johann Schöneberg und wie sie alle hießen. Das war eine gute Mannschaft, die keinen Gegner zu fürchten brauchte und den Turn- und Rasensportverein Monschau gut vertrat.

Hintere Reihe: Hans Radermacher, Franz-Wilhelm Hermanns, Peter Lenders, Alfred Klein
Mittlere Reihe: Walter Funke, Bubi Stadie, Theo Weber, Franz Eussen, Dietmar Grefen
Vordere Reihe: Engelbert Donnay, Rudi Mathar, Werner Piana,Ulli Klöppel

Einige Jahre hielt man durch, aber dann kam ein gewisses Abflauen, denn mancher neue Nachbarverein war durchaus nicht in der Lage,seine gemeldeten Mannschaften das Spieljahr über durchzuhalten, es gab Lücken im Spielplan, der Plan kam durcheinander, Spiele mussten ausfallen - man verlor die Lust. Gespielt wurde zwar immer noch, aber nur hin und wieder - , bis dann 1927 ein neuer Anfang gemacht wurde, der für Monschau nur von kurzer Dauer war. 

Mit mehreren Mannschaften, auch Jugendmannschaften, traten die Monschauer TuRa Leute zu jener Zeit überall an. In ihren Reihen wussten sie gute Kräfte aus der früheren Mannschaft, aus der Jugendmannschaft herangewachsene Spieler, aber alles gebührtige Monschauer. 

Leo Brandenburg, Hermann Flosdorff, Josef Rodenbusch, Heini Gröner, Josef Greven und Alfons Carl - sie alle sind auf dem Foto, das damals auf dem Hargard von ihnen gemacht wurde. Dazu Alfons Weris, Josef Carl, Karl Gillessen und Josef Lenzen. Das waren Zeiten damals! 

Als wir sie in gemütlicher Runde aufleben ließen, da wurde etwas deutlich von dem Idealismus jener Zeit, als man die Kluft auf jahrelanges Stottern kaufte - zwei Mitspieler hafteten!- und heute noch nicht ganz sicher ist, ob man auch alles restlos bezahlt hat oder oder ob die Bürger einspringen mussten.

„DJK Monjovia“

1928 wurde der ganze Kreisverband des Fußballs, inzwischen zahlreiche Kreisvereine, in die katholische Sportorganisation Deutsche Jugendkraft übergeführt. Die Monschauer nannten sich „DJK Monjovia“ in Erinnerung an die mittelalterliche Schreibweise des Namens Monschau. Kaplan Heinrich Schmitz war der Vorsitzende der Monjovia, Johann Stollenwerk - nach wie vor mit Leib und Seele Fußballanhänger - ging ihm zur Seite. Bezirkspräses war Pfarrer Lambertz aus Kalterherberg, der an einem regnerischen Tag zur Verblüffung der Sportler mit einem Regenschirm auf das Spielfeld kam, wo doch in jenen Jahren „hutlos und schirmfrei“ für die jungen Leute geradezu ein Symbol wurde. 

Nun spielte man in vielen Orten des Kreises, oft mit großem Erfolg. Man erinnerte sich in Monschau mancher turbulenter Szene, etwa der Spiele um den zweiten Platz, die nach dem gegen Vossenack in Simmerath erzielten Sieg notwendig wurden. Der Gegner war Strauch, und das Spiel fand in Eicherscheid statt. Der Schiedsrichter brach das Spiel ab, als bei „drohendem“ Monschauer Sieg plötzlich neben den elf Strauchern eine ganze Anzahl mehr auf dem Spielfeld standen und mit Schirmen auf ihre Art in das Spielgeschehen eingriffen. Um nicht wieder schutzlos den Fanatikern ausgesetzt zu sein, nahmen die Kreisstädter dann zum Wiederholungsspiel, das in Imgenbroich stattfand, die stärksten Männer der Stadt als persönliche Leibwache mit. 

Der Kommentar eines alten Kämpen heute: „Die TuRa wurde in jedem Dorf geschlagen - wenn nicht auf dem Spielfeld nach Toren, dann hinterher nach Noten.“ Sicherlich ist das stark übertrieben... 

Die Namen der damaligen Spieler: Karl Völl, Willi Rader, Ernst Stollenwerk, Hermann Krings, Hermann Mießen, Rudi Carl, Hermann Bergs, Cola Funken, Hubert Gillessen, Willi Gillessen, Paul Schneider, Willi Bergs, Ludwig Breuer, Leo Brandenburg, angeburg, Georg Sievert, Josef Michaux, Hermann Schmitz. Und vielleicht bestände die DJK “Monjovia“ heute noch, wenn... ja, wenn die Monschauer nicht auch noch aus Verbundenheit mit ihrem alten Turnverein Handball spielten. Viele Monjovier waren Mitglied in beiden Vereinen, in der DJK und im Turnverein TuRa. Vormittags spielte man Handball, nachmittags stürmte man als Fußballer übers Spielfeld. Das aber wollte Präses Kaplan Schmitz nicht, und er stellte die Fußballer vor die Entscheidung: „Ein Verein entweder DJK oder Tura, keine Doppelmitgliedschaft.“ 

Zur allgemeinen Überraschung zogen daraufhin die Leute von Monjovia zum größten Teil die Fußballschuhe aus - und die DJK der Kreisstadt war tot.


Die lange Pause

Das bedeutete, dass der Fußball in der Kreisstadt ebenfalls tot war, denn nun waren die Fußballer keinem Verband mehr angeschlossen und fanden keine Gegner mehr. Man spielte ein wenig „schwarz“, bis dies den Gegenmannschaften unter Androhung des Ausschlusses verboten wurde. Von da an spielten die einen nur noch Handball, andere schlossen sich umliegenden Vereinen an, die dritten blieben an den Turngeräten. 

Eine neue Situation für die Fußballspieler ergab sich, als im Zuge der „Gleichschaltung“ nach 1933 die DJK verboten wurde und alles wieder in einen Einheitsverband einmündete. 

Wenn gesagt wurde, dass der Fußball in der Kreisstadt tot war, so ist das nur zum Teil richtig, denn in jenen Jahren - Ende der zwanziger und Anfang der dreißiger - gab es eine Alte Herren Mannschaft, die sich aus früheren Aktiven aus dem ganzen Kreis zusammensetzte, keinem Verband ange- schlossen war und keinem Verein, aber „aus Spaß an der Freud“ dem Fußballspiel nachging. Aus Monschau gehörten diesem Club Josef Klein, Rudolf Klock, Eugen Hensel, Aufenanger und Trautmann an. 

Noch ein Wort zur Kluft. Man trug durchaus nicht immer wie heute die Stadtfarben rot weiß. Es gab auch Jahre, da ging man preußisch, also schwarz-weiß, in anderen Jahren in hellblauem Trikot. Ursprünglich war schwarz-weiß - gestreift die Kluft, aber nach 1918 tauchten diese Trikots in Simmerath auf. Da die Monschauer die gleichen nicht wieder bekommen konnten, legten sie sich hellblaue mit weißem Kragen zu. Etwa 1927 ging man dann zu den Stadtfarben über. 

Vier Namen müssen in diese Chronik: Christian Vecquarey, Hubert Salzburg, Peter Jollet und Arnold Breuer. Das seien die frühesten und treuesten (und wohl auch freigebigsten) Zuschauer gewesen, die zu allen Heim- und Auswärtsspielen - deren es in der ersten Zeit durch die Mitgliedschaft in der Aachener Gruppe sehr viele gab - mit den Fußballern gefahren seien.


Ein neuer Anfang

Es dauerte Jahre, bis in Monschau wieder offiziell Fußballspiele durchgeführt werden durften und wurden. Die DJK hatte keine Rollen mehr im sportlichen Leben zu spielen, geschweige denn in der Öffentlichkeit, als die Nationalsozialisten das Ruder in die Hand nahmen. Es kam die Gleichschaltung, die ihr angeschlossenen Vereine gingen in den NS Reichsbund für Leibesübungen auf. Der selbstständige Kreissportverband Monschau hörte auf zu existieren; Monschau hatte fortan in der III. Kreisklasse im Gau X, Niederrhein III zu spielen. Ehe die Sportler sich allerdings mit dieser Regelung einverstanden erklärten, vergingen Jahre. Keineswegs fanden die DJK - Vereine sofort Nachfolger. Selbst 1937/38 spielten erst wieder elf Mannschaften des Kreises Monschau zusammen mit Venwegen und Schmidthof in einer Gruppe. Zu diesen Fußballern zählten nun auch wieder Monschaus Turaner. Auf dem Fußballplatz am Hargard begann ein neues Leben. In der neuaufgestellten Mannschaft standen mehrere Spieler, die viele Jahre vorher noch zu DJK Zeiten, einige auch in Nachbarvereinen, ihr letztes Spiel hinter sich gebracht hatten; die meisten Fußballer aber waren blutige Anfänger - so jung, dass eine Sondererlaubnis erwirkt werden musste, wenn sie mit von der Partie sein wollten. 

Dass man überhaupt wieder Fußball spielte, lag nicht nur an der Freude der Jugend am Fußballspiel, sondern vor allem an der Initiative von Leo Jansen und Hubert Schumacher, die eines Tages alle interessierten Fußballer in das damalige Hotel zur Post riefen und dort eine Fußballabteilung gründeten. Jansens Begeisterung übertrug sich auf die Jugend der Stadt. Schon bald trat die Fußballabteilung zu ihrem ersten Spiel an. Leo Jansen wurde ihr Obmann, Walter Jollet der Schriftführer. 

Die Fußballer schlossen sich wenig später dem Turn- und Rasensportverein Monschau an, der dadurch eine neue Blüte erlebte. So waren diese jungen Leute die legetimen Nachfolger jener Fußballer, die seit 1913 in Monschau Fußball spielten, ob der Verein nun „Verein zur Förderung der Jugendspiele“, „Turn- und Rasensportverein“, „DJK Monjovia“ oder „TuRa Monschau 04“ hieß.

 

Ein neuer Krieg

In den Mannschaften jenes neuen Beginns sah man folgende Spieler: Hermann Mießen, Walter Mießen, Willi Rader, Werner Gillessen, Benno Schmitz, Josef Barth, Walter Jollet, Heribert Weber, Hubert Schumacher, Ernst Neumann, Franz und Peter Eußen, Walter Gillessen, Erich Klöppel, Gottfried Göntgen, Ernst Stollenwerk, Felix Weishaupt, Karl Schlagloth, Hans Niemann, Hermann Krings, die Almunäter Husmann und Pils, Ernst Neumann und andere. 

Zu ihnen stießen im Laufe der nächsten Jahre zahlreiche weitere Fußballanhänger aus der Jugend nach. Der Auftrieb für das Sportleben in der Kreisstadt war durch die Fußballabteilung so groß, dass Fußballobmann Leo Jansen von 1938 bis 1948 und dann auch später wieder 1. Vorsitzender der gesamten TuRa war. 

Doch war dieses Aufblühen nur von kurzer Dauer. Ein neuer Krieg zerstörte alle Aufbauarbeiten. Viele Spieler blieben in Ost und West, in Nord und Süd. Schon mit dem Kriegsbeginn ergab sich ein fast völliges Sterben des Spielbetriebes. Lediglich Freundschaftsspiele hielten den Gedanken an den Fußballsport wach. In dieser Zeit stützte sich die Fußballabteilung vor allem neben den vorhin genannten (soweit sie nicht Soldat waren), auf Otto Scherer, Walter Düsseldorf, Paul Bergs, Karl Albert Scheffen, Clemens Mathar, Ludwig Kaulen und andere. Bemerkenswert ist, dass unmittelbar nach dem Anschluss von Eupen-Malmedy an Deutschland die sportliche Begegnung mit den Freunden der Nachbarstadt wieder aufgenommen wurde. War das ein Wiedersehen, als die Malmedyer mit ihrem Anhang in Monschau ankamen! Und erst bei dem Gegenbesuch in Malmedy! Unter den Schlachtenbummlern waren einige , die 1913 das erste Fußballspiel der beiden Städte-Mannschaften austrugen. Um die Spiele überhaupt durchführen zu können, wurde Ersatz aus Roetgen eingestellt - oder Soldaten, die hier einquartiert waren. 

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg steht den Fußballfreunden der Kreisstadt noch sehr nahe. Dennoch sei an dieser Stelle ausführlich berichtet, weil es Zeitungsberichte über die ersten Jahre nur sehr wenige gegeben hat. 

Unmittelbar nach Kriegsende sammelte Leo Jansen seine Fußballer wieder um sich. Bestärkt durch die sportfreudigen englischen und belgischen Behörden versuchte man, eine neue Fußballabteilung aufzubauen. Die alten Kämpen machten begeistert mit, füllten die auch dafür notwendigen Fragebogen aus und marschierten anschließend in die Internierung nach Recklinghausen. So Walter Jollet und Ludwig Kaulen.

Aber: der Verein wurde genehmigt. Es gelang, den Aachener Alemannen Gruber als Trainer zu gewinnen, der die Mannschaft von unten her aufbaute. Gemeinsam gab man sich daran, ein Gelände auf der Haag als Sportplatz zu erweitern, da der Hargard nicht bespielt werden durfte. Vorstand wie Spieler setzten sich hier tatkräftig ein. Der Erfolg gab ihnen recht.


Anfangsgegner wie 1913

Ihr erstes Spiel nach dem Kriege trug die TuRa am 2. September 1945 auf der Haag gegen Kalterherberg aus und gewann mit 5 : 0 Toren. Im Tor stand damals Walter Jollet, Verteidiger waren Xaver Breuer und Rudolf Bräutigam. In der Läuferreihe sah man Egon Scheffen, Felix Weishaupt und Willi Förster. 

1. Mannschaft im Jahre 1947: Leo Jansen, Xaver Breuer, Felix Weishaupt, Heribert Weber, Willi Förster, Guido Scheffen, Walter Jollet, Herbert Weißhorn, Albert Schmitz, Hermann Scheffen, Erich Bimmermann, Mathias Scheffen, Franz Jansen, Josef Henn


Um Erich Bimmermann als Mittelstürmer standen Herbert Weishorn, Hermann Scheffen, Franz Jansen und Heribert Weber. Neben diesen Spielern wurden in der Folge noch eingesetzt Engelbert Donnay, Alfons Henn, die „Dynastie Scheffen“ mit Egon, Guido, Otgert, Alfred, Mathieu, Emil und Tillmann und mancher andere. Fast jeden Sonntag spielten die Turaner nun. Im März 1946 sah man sie sogar auf dem Tivoli gegen die Alemannen Reserve. Ihr Tor hütete der Engländer Hinton. Später stand den Monschauern für längere Zeit der Engländer Cochrane im Tor und Gilles als Mittelstürmer zur Verfügung. Auch holländische Kräfte (Passma) standen damals in den Monschauer Reihen. Nicht zu vergessen das „polizeiliche Rückgrat“ mit Reuter, Schotten und Zander. Das waren Zeiten! Es gab doch nichts zu kaufen, alles „mangelte“, und wenn eine Mannschaft aus dem Ruhrgebiet verpflichtet werden konnte, dann hatten der Verein und seine Mitglieder „jede Menge“ Kostbarkeiten wie Brot, Kartoffeln und Butter aufzubieten. 

Es würde zu weit führen, ginge man auf jedes einzelne Spiel ein. Die ausgezeichnet geführte Chronik der Nachkriegsjahre ist es wert, zu späterer Zeit einmal ausführlich gewürdigt zu werden. 

Um 1950: hintere Reihe: Walter Miessen, Bernhard Lauscher, Robert Kaulen, Franz Jansen, Hubert Zander, Harry Reuter, Wolfgang Rehmet, Engelbert Donnay sen.

vordere Reihe: Heribert Weber, Rudolf Bräutigam, Hermann Scheffen, Karl Peters, Willi Förster, Erich Bimmermann.

War eben von einer manchmal internationalen Besetzung der eigenen Mannschaft die Rede, so fehlte selbstverständlich auch die internationale Begegnung nicht. In den ersten Nachkriegs-jahren war es natürlich unmöglich, mit ausländischen Sportvereinen zusammen-zukommen. Dann aber, nach 1950, zeigten die Monschauer in zahllosen Begegnungen, daß sie sehr wohl verstanden haben, welche Bedeutung die Grenzlage auch für Sportler haben kann. Was die Fußballer von TuRa Monschau im Laufe der Jahre durch ihre Spiele mit Ausländern und im Ausland zur Völkerverbindung beitrugen, läßt sich zwar nicht in Zahlen festhalten, ist aber höchste Anerkennung wehrt. Auch als Leo Jansen nicht mehr Vorsitzender der TuRa war, die viel Jahre hindurch in Alfons Henn einen ausgezeichneten Fußballobmann besaß, blühte der Fußballsport weiterhin. Es begann die Zeit, von der im Anfang dieser Festschrift die Rede ist, unsere Zeit, in der König Fußball nicht nur die Schlagzeilen der Presse, sondern auch die Herzen des Volkes überall in der Welt besitzt.

Da gelang der TuRa der große, seit Jahrzehnten vergebens erstrebte Sprung: 
Der Gewinn der Kreismeisterschaft. Das war in der Spielzeit 1955/56. Bei einem großartigem Fest in der Flora, am damals neuen und nun seit Jahren nicht mehr bespielbaren Platz, wurden die Spieler jener Meistermannschaft ausgezeichnet, nämlich Robert Kaulen, Horst Hartleb, Rolf Brandenburg, Hermann Josef Weber, Richard Knott, Wilfried Scherer, Paul Bergs, Hermann Scheffen, Gerhard Baron, Helmut Huth und Hermann Roscheda. Die letzten Jahre sind überschattet von den mißlichen Platzverhältnissen. Das jubelnd begrüßte „Florastadion“ erwies sich als Fehlkonstruktion. Die Hoffnung auf eine schnelle und preiswerte Wiederherstellung zerschlug sich. Seit langen Jahren muß die TuRa auf fremdem Platz spielen - fremd, obgleich es die Vorfahren waren, die aus „den Wiesen des Herrn Völl auf dem Hargard“ einen Sportplatz machten. Es gab Tiefs, es gab sogar den Abstieg in die 2. Kreisklasse. Aber diese Zeiten sind vorbei.


Pejo Weiß